EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Triberg von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung 1865 begannen die Vermessungsarbeiten zur Planung der Strecke. 1867 starteten die Bauarbeiten. Erstmalig in der Geschichte des Eisenbahnbaus hat der Konstrukteur Robert Gerwig Schleifen zur Überwindung eines wesentlichen Höhenunterschiedes geplant. Vor und nach Triberg ist so eine Schleife gebaut worden. Der Bahnhof selbst ist auf einem horizontalen Plateau angelegt worden. Das Örtchen Triberg ist durch seine Wasserfälle bekannt geworden. Ein typischer Ausflugsort im Schwarzwald. Das 52,68 Kilometer lange eingleisige Teilstück der „Schwarzwaldbahn“ zwischen Hausach und Villingen, wurde von der Großherzoglich Badische Staatseisenbahnen (BadStB) am 1. November 1873 eröffnet. Zunächst erhielt die Betriebsstelle ein Baubüro aus Fachwerk, das später als Stationsgebäude genutzt wurde.

Das Empfangsgebäude Triberg

Das Stationsgebäude war ein traufenständiger, einstöckiger und symmetrischer verputzter Fachwerkbau, der jeweils an Orts- und Gleisseite durch zwei giebelständige Gebäudeteile unterbrochen wurde. Bedeckt war das Bauwerk durch auskragende Satteldächer mit hölzernen Giebelverzierungen. In der Mitte des Stationsgebäudes gab es den obligatorischen Uhrenturm. Das Gebäude besaß Rechteckfenster mit Rahmen aus rotem Buntsandstein und Fensterläden. Das Erdgeschoss wurde durch ein umlaufendes rotes Gurtgesims (ein Gesims an Fassaden, das zwischen den Geschossen liegt) mit Tremel (gemauerte Außenwand auf der die Dachkonstruktion aufliegt) optisch getrennt. An der Ortsseite gab es zwischen den giebelständigen Gebäudeteilen einen einstöckigen Anbau, der über zwei Treppenstufen in die Eingangshalle mit Fahrkarten- und Gepäckschalter, Zugängen zu den Warteräumen sowie der Bahnhofsgaststätte und weiter Diensträume führte. Im Dachgeschoss befanden sich die Wohnungen der Bahnbediensteten. Nördlich des Stationsgebäudes war ein separates Abortgebäude errichtet worden. Die Gleisanlage bestand aus dem Durchgangsgleis mit zwei Umfahrgleisen sowie einem Freiladegleis und ein Stumpfgleis zum Güterschuppen. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse II. Weitere Ausbauten oder Änderungen 1875 erweiterte die BadStB das Stationsgebäude. 1877 wurde ein Güterschuppenanbau errichtet. 1886 erweiterte die BadStB des Stationsgebäude um eine Bahnhofsgaststätte. 1887 wurde auf dem Mittelbahnsteig ein Wasserkran für die Speisung der Dampflokomotiven installiert. 1888 verlegte die BadStB auf der 53 Kilometer langen Strecke zwischen Hausen und Villingen das zweite Streckengleis. Das Abtrittgebäude wurde erweitert. 1891 entstanden zwei Stellwerksgebäude in den Bahnhofsköpfen. 1902 erhielt der Bahnhof elektrisches Licht. 1911 wurde ein neuer Wartesaal angebaut. 1956 führte die Deutsche Bundesbahn (DB) auf der „Schwarzwaldbahn“ den Dieselbetrieb ein. Die neue Baureihe V200 der DB kam hier überwiegend zum Einsatz. Die Stückgutabfertigung wurde am 1. Juni 1974 eingestellt. Am 28. September 1975 fuhren die ersten von Elektroloks gezogenen Züge auf der Strecke bis Villingen. 1977 wurde die Strecke elektrifiziert und das Empfangsgebäude durch einen Neubau ersetzt. Das zweite Empfangsgebäude Das neue Stationsgebäude entstand 1982 anstelle des alten Gebäudes. Es war ein in Modulbauweise im 4,75 Meter Raster Entworfenes, zum Teil zweistöckiges Gebäude. Dadurch konnte das Stationsgebäude an alle Gegebenheiten angepasst werden. Es gab eine 90 Quadratmeter große Schalterhalle die gleichzeitig ein Warteraum mit Fahrkartenausgabe, Gepäck und Expressgutabfertigung und Kiosk war. Das Obergeschoss bestand aus einer Tragkonstruktion aus Stahlbetonstützen an den Rasterpunkten. Dort befand sich auch das moderne Stellwerk. Alle Stahlbetonflächen waren aus Sichtbeton. Eine Holzverschalung verkleidete die Deckenkassetten. Die Wandflächen zwischen den Stützen wurden mit dunkelbraunem Klinker ausgefacht. Die Dachform war durch eine hohe und leicht angeschrägte Attika (ein Aufsatz über dem Hauptgesims eines Bauwerks) geprägt. Sie war, wie die Flächen des Obergeschosses, mit RedCedar-Schindeln verkleidet. Was hat sich verändert, was ist geblieben Die Gleisanlagen wurden nicht wesentlich verändert, was die beengte Lage auch nicht zulassen würde. Die Bahnhochbauten und sind weitgehend in ihrem Urzustand erhalten und stehen als „Sachgesamtheit“ unter Denkmalschutz.
Bilder Triberg
Bahnhof 1880
Luftaufnahme
Bahnhof 1880
Die Eisenbahn “kam” am 1. November 1873 nach Triberg. Also 38 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Triberg hatte zu diesem Zeitpunkt sehr wenig Einwohner (Ende 2020 waren es 4.656 Einwohner).
Schwarzwaldbahn (Baden) Offenburg Singen (Hohentwiel) Planung und Konzession 616,24

Bahnstation Triberg